432 Hz vs 440 Hz


Wir erhalten häufig die Frage, ob unsere Klangschalen auf 432 Hz gestimmt sind oder ob wir Klangschalen mit einer Frequenz von 432 Hz haben. Hier gibt es jedoch häufig zwei grundlegende Missverständnisse.

1. Was bedeuten 432 Hz und 440 Hz überhaupt?

432 Hz und 440 Hz bezeichnen zunächst nicht die Frequenz eines beliebigen Tons oder Instruments. Gemeint ist der Kammerton A, der als Bezugspunkt für die Stimmung eines Instruments bzw. Tonsystems dient.

Bei der heute üblichen Stimmung liegt der Kammerton A4 bei 440 Hz. Diese Frequenz ist als internationaler Referenzton in ISO 16 festgelegt.

Ausgehend von diesem Bezugston ergeben sich bei der heute üblichen gleichstufigen Stimmung die Frequenzen der anderen Töne nach einem festgelegten mathematischen Verhältnis. A = 440 Hz ist also lediglich der Ausgangspunkt, an dem sich die Tonhöhen der übrigen Töne orientieren.

Bei einer 432-Hz-Stimmung funktioniert es genauso. Hier wird lediglich anstelle von A = 440 Hz die Frequenz A = 432 Hz als Bezugspunkt verwendet. Da dieser Bezugston etwas tiefer liegt, liegen auch alle anderen Töne entsprechend tiefer.

Eine „432-Hz-Stimmung“ bedeutet also nicht, dass alle Töne mit 432 Hz schwingen. Lediglich der Bezugston A wird auf 432 Hz festgelegt, und von diesem aus ergeben sich die Frequenzen der anderen Töne.

Das ist auch der Grund, warum die häufig gestellte Frage„Haben Sie eine Klangschale mit 432 Hz?“ etwas völlig anderes bedeutet als die Frage nach einer 432-Hz-Stimmung. 

Im ersten Fall werden tatsächlich 432 Hz als konkrete Frequenz gesucht. Im zweiten Fall ist A = 432 Hz lediglich der Bezugspunkt für die Stimmung eines gesamten Tonsystems.


Was ist nun der eigentliche Unterschied zwischen 432 Hz und 440 Hz?

Wird dasselbe Musikstück einmal auf einer auf A = 440 Hz-Stimmung basierenden Tonsystems gespielt und einmal mit A = 432 Hz, liegt die gesamte 432-Hz-Version etwas tiefer. Der Unterschied zwischen beiden Stimmungen beträgt ungefähr ein Drittel eines Halbtons.

Die musikalischen Abstände zwischen den Tönen bleiben dabei gleich, sofern in beiden Fällen die gleiche gleichstufige Stimmung verwendet wird. Es wird also nicht die Melodie verändert, sondern lediglich deren gesamte Tonhöhe etwas nach unten verschoben.

Manche Menschen beschreiben diese etwas tiefere Stimmung als wärmer, ruhiger oder entspannter. Das ist jedoch zunächst eine subjektive Wahrnehmung und kein allgemeingültiger Vorteil der 432-Hz-Stimmung.


Was ist besser: 432 Hz oder 440 Hz?

Hier gibt es kein eindeutiges „besser“ oder „schlechter“.

Wer den etwas tieferen Klang einer 432-Hz-Stimmung als angenehmer oder entspannender empfindet, kann diese beispielsweise für Meditation oder Entspannungsmusik bevorzugen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass 432 Hz grundsätzlich entspannender oder 440 Hz grundsätzlich anregender wirken. Die wissenschaftliche Forschung hierzu ist bislang begrenzt.

Der große praktische Vorteil von A = 440 Hz liegt darin, dass sich dieser Kammerton als internationaler Standard etabliert hat. Dadurch können unterschiedliche Instrumente auf einen gemeinsamen Bezugston abgestimmt werden.


2. Warum lässt sich die Frage nach 432 Hz oder 440 Hz nur eingeschränkt auf handgefertigte Klangschalen übertragen?

Selbst wenn der grundsätzliche Unterschied zwischen einer 432-Hz- und einer 440-Hz-Stimmung verstanden ist, gibt es bei traditionellen handgefertigten Klangschalen ein ganz praktisches Problem:

Eine handgefertigte Klangschale erzeugt keinen einzelnen, vollkommen reinen Ton. Beim Anschlagen entstehen mehrere Frequenzen und Teiltöne gleichzeitig. Gerade diese Mischung trägt zum komplexen Klangcharakter einer traditionellen Klangschale bei. Hinzu kommt, dass handgefertigte Klangschalen nicht einfach auf eine vorher festgelegte Frequenz gestimmt werden können. Welche Frequenzen eine Schale tatsächlich besitzt, zeigt sich erst an der fertigen Klangschale. Bei einer traditionellen handgefertigten Klangschale können wir deshalb die vorhandenen Frequenzen messen und musikalisch einordnen, aber wir können diese nicht einfach nach Wunsch verändern.

Besonders deutlich wird das, wenn mehrere Klangschalen ein Set bilden sollen. Für einen möglichst genau auf A = 432 Hz bezogenen C-Dur-Dreiklang bräuchte man drei Schalen, deren maßgebliche Frequenzen möglichst genau zu den dafür benötigten Tonhöhen passen. Für denselben Dreiklang auf Basis von A = 440 Hz wären entsprechend etwas höhere Frequenzen erforderlich.

In der Praxis findet man bei handgefertigten Klangschalen jedoch nur selten genau diese idealen Frequenzen. Jede Schale ist ein Einzelstück und besitzt ihr eigenes Spektrum an Frequenzen und Teiltönen. Man müsste daher unter sehr vielen Schalen genau die Exemplare finden, deren natürliche Frequenzen möglichst gut zu den gewünschten Tonhöhen passen.

Dieses Problem betrifft 432 Hz genauso wie 440 Hz.

Es ist also nicht so, dass traditionelle Klangschalen grundsätzlich auf 440 Hz gestimmt wären und man lediglich für eine 432-Hz-Stimmung besondere Schalen benötigen würde. Vielmehr lassen sich handgefertigte Klangschalen in der Regel weder exakt nach einer auf A = 432 Hz noch nach einer auf A = 440 Hz basierenden Stimmung zusammenstellen.


Was ist bei einem Klangschalen-Set dann entscheidend?

Für uns steht deshalb nicht die Frage im Vordergrund, ob ein Set rechnerisch exakt einer 432-Hz- oder 440-Hz-Stimmung entspricht. Entscheidend ist vielmehr, wie die tatsächlich vorhandenen Frequenzen der einzelnen Klangschalen miteinander harmonieren und welchen Gesamtklang sie gemeinsam erzeugen.

Eine gemessene Frequenz bleibt dabei immer dieselbe: 200 Hz sind 200 Hz. Die Wahl zwischen A = 432 Hz und A = 440 Hz verändert nicht die physikalische Frequenz dieser Schale, sondern lediglich deren musikalische Einordnung innerhalb des jeweiligen Tonsystems.