FAQ zu Klangschalen
Vorwort
Das Wichtigste vorweg: Entscheidend ist, was du fühlst – nicht, was über Klangschalen geschrieben wird.
Heute gibt es eine kaum überschaubare Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten, Methoden der Klangtherapie, Klangschalenpraxis und Meditation. Dabei widersprechen sich viele Aussagen: Oft hat man das Gefühl, der eine sagt das, der nächste das Gegenteil. Das Hauptproblem bei vielem, was über Klangschalen geschrieben wird, ist, dass subjektive Erfahrungen oft als objektive Wahrheiten dargestellt werden. Das ist irreführend. Nicht jede Klangschale wirkt bei jedem Menschen gleich. So verschieden wir Menschen sind, so unterschiedlich können auch Klangschalen wahrgenommen werden. Dieselbe Schale kann bei zehn Personen zehn verschiedene Wirkungen entfalten. Das liegt an der Individualität jedes Einzelnen. Die Wirkung einer Klangschale hängt daher nicht allein von ihren Eigenschaften ab, sondern immer auch von der Einzigartigkeit des Menschen, der sie hört und spürt.
Vieles von dem, was im Folgenden beschrieben wird, ist deshalb nicht als Dogma zu verstehen. Man kann viel über Klangschalen schreiben – am Ende zählt vor allem eines:
Hören und fühlen …
1. Was ist eine Klangschale?
Was wir heute als exotisches Musikinstrument kennen, wurde früher überwiegend als Ess- und Kochgeschirr verwendet. In unseren Breitengraden ist die Klangschale erst seit etwa 40 Jahren bekannt – und so sind auch der Westen und hiesige Meditations- und Heilpraktiken ausschlaggebend für ihre heutige Wahrnehmung und Nutzung. Im Laufe der Zeit wurde so aus Essgeschirr eine Quelle für ungewohnte Klangphänomene mit therapeutischem Potenzial.
Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war früher das gesamte Himalaya-Gebiet, insbesondere Tibet, aber auch Nepal, Indien und angrenzende Länder, sowie Japan. Heute stammen Klangschalen überwiegend aus Nepal und Indien, eine besondere Art weiterhin aus Japan und vereinzelt auch aus China (Tempelglocken).
Zwar nutzten und nutzen buddhistische Mönche Klangschalen bisweilen als Opferschale, als Meditationshilfe oder für bestimmte rituelle oder schamanistische Zeremonien, überwiegend blieben sie jedoch ein reiner Alltagsgegenstand ohne herausragende kulturelle Bedeutung. Erst durch die Entdeckung ihrer positiven klanglichen Wirkungen auf Körper, Geist und Seele wurden die Schalen zu dem, was Sie heute sind: zu einem Musikinstrument, das angeschlagen oder angerieben, lang nachhallende, intensive und sehr wohltuende Töne erzeugt.
Streng genommen ist die Klangschale ein westliches Musik- und Therapieinstrument. Ihre zahlreichen Einsatzmethoden wurden erst im letzten Vierteljahrhundert ausdifferenziert und (überwiegend in den westlichen Kulturkreisen – besonders im deutschsprachigen Raum) vorangetrieben.
2. Wo werden Klangschalen eingesetzt?
Die Einsatzgebiete von Klangschalen sind vielfältig: Sie reichen von Klangmassagen und Klangtherapien über Klangmeditationen bis hin zu Klangreisen. Nachfolgend werden die bekanntesten Anwendungen vorgestellt.
Im Wesentlichen werden Klangschalen eingesetzt
01. in der Klangmassage Klangtherapie
02. in der Meditation
03. im pädagogisch-musischen Bereich
04. beim Yoga
05. als Musikinstrument
06. in der Entspannungshilfe
07. in der Verhaltenstherapie
08. in der Ergotherapie
09. in der Musiktherapie
10. in der Traumarbeit
11. beim Stressabbau
12. in der Angstbewältigung
13. bei Achtsamkeitsübungen
14. bei Übungen zur Körperwahrnehmung
15. in der Arbeit mit Behinderten
16. in der Arbeit mit Tieren
17. in der Sauna
18. auf Klangreisen
19. allgemein im Wellnessbereich
20. u. a.
3. Wofür sind Klangschalen gut?
Wenn man die Wirkung von Klangschalen nüchtern beschreiben möchte, sind es ihre langen anhaltenden Klänge, die wohltuend auf Körper, Geist und Seele wirken können. Wie diese Wirkung empfunden wird, hängt jedoch auch davon ab, in welchem Zusammenhang die Klangschalen eingesetzt werden.
Klangmassage & Klangtherapie: In der Klangschalenmassage und Klangtherapie werden Klangschalen auf oder neben dem bekleideten Körper platziert. Die Klänge und Schwingungen können auf sanfte Weise Entspannung fördern, Blockaden lösen, das Wohlbefinden unterstützen und zur Erholung von Körper, Geist und Seele beitragen. Die Schwingungs- bzw. Vibrationsintensität sind beim Einsatz in der Klangmassage/Klangtherapie von entscheidender Bedeutung.
Klangschalen werden manchmal auch heilsame Wirkungen zugeschrieben. So berichten Anwender häufig, dass Klangmassagen zur Lockerung der Muskulatur, zur Unterstützung des Schlafs oder zur allgemeinen Regeneration beigetragen haben. Auch bei chronischen Beschwerden werden positive Erfahrungen beschrieben.
(Wichtiger Hinweis: Die entspannende Wirkung von Klangmassagen gilt als gesicherte Erkenntnis. Heilende Effekte, die nach einer Klangmassage oder Klangtherapie beschrieben werden, beruhen hingegen vor allem auf persönlichen Erfahrungen. Wissenschaftliche Belege hierfür existieren nicht. Klangmassagen und Klangtherapien ersetzen keine medizinische Behandlung. Sie können ergänzend eingesetzt werden, bei gesundheitlichen Beschwerden sollte aber immer ein ärztlicher Rat eingeholt werden.)
Meditation: In der Meditation dienen Klangschalen häufig als stimmungsvolle Einleitung oder als Begleitung von Anfangs- und Endritualen. Ihre Klänge können helfen, schneller in die Tiefenentspannung zu finden, Gedanken zur Ruhe zu bringen, Stress abzubauen und mentale Ausgeglichenheit zu fördern. Im Unterschied zur Klangmassage steht hier weniger die Vibration im Mittelpunkt. Hilfreicher sind Klangschalen mit klaren, harmonischen und langen nachklingenden Klängen.
Pädagogische Arbeit: In der Arbeit mit Kindern werden Klangschalen oft spielerisch eingesetzt, zum Beispiel in Klangreisen, Ritualen oder kurzen Aufmerksamkeitsübungen. Sie können helfen, die Konzentration zu fördern, Übergänge zu strukturieren und Ruhephasen einzuleiten.
Yoga: Beim Yoga unterstützen Klangschalen Atemübungen, erleichtern das Loslassen und können die Wahrnehmung von Körperhaltungen vertiefen.
Musik und Klanggestaltung: In der Musikszene haben Klangschalen besonders in der experimentellen Musik Einzug gehalten, allerdings weniger zur Erzeugung von rhythmischen Bewegungen, sondern mehr zur Erzeugung von atmosphärischen Stimmungen. Sie werden gerne als Percussion- und Effektinstrumente genutzt z. B. in der Musiktherapie.
Sauna: In der Sauna werden Klangschalen vor allem für meditative Klangaufgüsse eingesetzt. Die beruhigenden Klänge und feinen Schwingungen verschmelzen mit der Wärme und den Düften in der Sauna. Bei dieser Form wird weniger Aufgussmittel verwendet und auf kräftiges Wedeln verzichtet. Im Mittelpunkt stehen Klang, Stille und bewusste Atemübungen.
Verhaltenstherapie & Ergotherapie: Hier können Klangschalen z. B. als unterstützendes Hilfsmittel als Achtsamkeitsübung in den therapeutischen Prozess eingebunden werden. Sie sind keine eigenständige Heilmethode, können aber helfen, innere Anspannung zu reduzieren, die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu lenken und die Körperwahrnehmung zu stärken.
Stressabbau, Traumarbeit & Angstbewältigung: Sanfte Klänge und Schwingungen können den Übergang in einen entspannteren Zustand unterstützen, was bei Angst-u. Panikzuständen hilfreich ist.
Achtsamkeitsübungen: Der Klang dient als akustischer und körperlicher Halt. Er kann helfen von negativen Gedanken abzulenken.
Körperwahrnehmung: Auf dem Körper platzierte Klangschalen machen Vibrationen direkt spürbar und können dabei unterstützen, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen.
4. Was ist eine gute, bzw. was ist die beste Klangschale?
Die Qualität einer Klangschale lässt sich vor allem an ihrem Klang- und Schwingungsverhalten erkennen. Nach dem Anschlagen sollte sie lange, ruhig und harmonisch nachklingen – ohne störende Nebengeräusche, Scheppern oder unruhige Frequenzsprünge.Ebenso wichtig ist eine deutlich wahrnehmbare Vibration, besonders wenn die Klangschale für Körperarbeit, Klangmassage oder Klangtherapie eingesetzt werden soll.
Exkurs:
Man liest sehr häufig von Begriffen wie „Therapieklangschale“ oder „für den therapeutischen Einsatz geeignet“. Wir halten diese Bezeichnungen nicht für falsch, jedoch für verwirrend. Man könnte annehmen, dass damit ein Werkzeug zur medizinischen Behandlung gemeint sei. Klangschalen dienen der Entspannung und komplementären Unterstützung, ermöglichen jedoch keine eigenständige medizinische oder therapeutische Heilbehandlung. Das ist aber eigentlich das, was man unter dem Begriff „Therapie“ versteht. Der Begriff umfasst medizinische, psychologische oder physiotherapeutische Verfahren und schließt in der Regel Anamnese und Diagnostik ein. Therapien dürfen dabei nur von staatlich anerkannten und entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden.
Klangschalen können sicher auch bestimmte gesundheitliche Probleme positiv beeinflussen, aber nicht zielgerichtet und nicht so, wie sie für eine Therapie notwendig ist. Es ist eher ein (zufälliger) Nebeneffekt eines ausgeglichenen Allgemeinzustandes. Man liest oft davon, muss dabei aber beachten, dass es sich um persönliche Erfahrungen und Erzählungen handelt, die nie verallgemeinert werden dürfen. Es gibt sicher Menschen, bei denen (irgend)eine Klangschale z. B. bei Tinnitus geholfen hat, aber es gibt nicht die Klangschale, (Betonung liegt auf „die“) die gegen Tinnitus hilft.
Hinter den Begriffen „Therapeutische Klangschale“ oder „Therapieklangschale“ verbergen sich mit Sicherheit in der Regel sehr hochwertige Klangschalen. Letztendlich sind es aber nur Namen. Sie sind nicht deshalb von besserer Qualität (aber auch nicht schlechter), nur weil Sie mit diesem Namenszusatz beworben werden. Aus unserer Sicht ist dies eher eine geschickte Markenbildung. Denn jede gut gefertigte Klangschale erzeugt Schallwellen und Vibrationen – unabhängig davon, wie sie heißt und wer sie hergestellt hat. Für das menschliche Gewebe ist nicht der Name einer Klangschale entscheidend, sondern wie sie tatsächlich schwingt.