Herstellung, Qualität & Besonderheiten
Themenübersicht
1. Aus wie vielen Metallen besteht eine Klangschale?
2. Wie werden Klangschalen traditionell hergestellt?
1. Aus wie vielen Metallen besteht eine Klangschale?
Antike Rezepte, Goldanteil und weitere Mythen
Das genaue Rezept einer Klangschale? Dazu schweigen und lächeln auch heute noch ihre Erzeuger.
Klangschalen werden aus einem Gemisch von unterschiedlichen Metallen hergestellt. Unsere Laboranalysen mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (mit einer Genauigkeit von 99 %) haben ergeben, dass sämtliche Klangschalen, unabhängig von Alter und Herkunft, zu 95 bis 97 % aus Bronze bestehen. Diese Bronze setzt sich aus einem Kupferanteil von 75 bis 77 % und einem Zinnanteil von 21 bis 23 % zusammen.
Weitere Metallbeigemische sind in jeder einzelnen Klangschale höchst individuell – auch in ihren Verhältnissen. So hat jede Schale ihren unverwechselbaren „Fingerabdruck“, bestehend aus typischen Beimischungen wie Eisen, Vanadium, Titan und Mangan, seltener auch Bismut, Antimon, Blei, Quecksilber oder Kobalt. Gold und Silber hingegen wurden bisher noch nirgends festgestellt – zumindest bei keiner Klangschale, die wir haben analysieren lassen (auch bei den wirklich alten Stücken nicht).
Folglich ins Reich der Mythen zu verweisen ist:
- ... dass Klangschalen nach gleichbleibenden, festen Rezepturen hergestellt werden.
- ... dass Klangschalen stets aus exakt 7 oder 12 unterschiedlichen Metallen bestehen müssen.
- ... dass Klangschalen messbare Gold- oder Silberanteile besitzen.
2. Wie werden Klangschalen traditionell hergestellt?
Bei der traditionellen Herstellung werden Klangschalen in aufwendiger Handarbeit aus einer geschmolzenen Bronzelegierung gefertigt. Dieser faszinierende Prozess läuft im Wesentlichen in vier Schritten ab:
- Das Gießen des Rohlings: Aus der geschmolzenen Legierung wird zunächst ein kompakter Rohling gegossen, meist in Form einer dicken, flachen Scheibe oder eines kompakten Metallkerns.
- Das Schmieden und Treiben: Anschließend wird dieser Rohling extrem stark erhitzt. In reiner Handarbeit wird er dann von mehreren Schmieden im Team rhythmisch gehämmert und in die typische Schalenform getrieben.
- Die Form- und Klanggebung: Durch das wiederholte, präzise Zusammenspiel aus Erhitzen, Formen und Abkühlen entstehen nach und nach die gewünschte Größe, die endgültige Form, die passende Wandstärke und schließlich der charakteristische Klang der Schale.
- Die Nachbearbeitung: Zum Abschluss wird die Klangschale sorgfältig geglättet, poliert und je nach Ausführung mit feinen Mustern verziert.
Auf diese Weise entstehen extrem hochwertige Unikate. Im direkten Vergleich zu rein maschinell gegossenen Schalen klingen traditionell geschmiedete Klangschalen meist deutlich lebendiger, hallen wesentlich länger nach und entwickeln spürbar stärkere Vibrationen.